top of page

Molkenkur

Heidelberg ist nicht  einfach eine Stadt am Fluss. Erst durch  die Berge, auf denen das Schloss thront und der Philosophenweg verläuft,  sowie das enge Tal, durch das der Fluss sich windet, entsteht  der besondere Eindruck, der die Stadt zum Innbegriff der Romantik gemacht hat.

​

Am 26. Juni 2003 hat der Stadtrat die Satzung zum Schutz der Gesamtanlage "Alt Heidelberg"  verabschiedet. Darin heißt es: "Gegenstand des Schutzes ist das vorhandene Erscheinungsbild der Altstadt von Heidelberg mit den umgebenden Hanglagen und dem Neckar. Der Schutz umfasst das nach außen wirkende Bild der Altstadt - wie es sich dem Betrachter von den Hängen des Neckartales aus bietet [...]"  Die folgende Karte ist der Satzung beigefügt. Das Schutzgebiet ist rot umrandet. Der Bereich zwischen Molkenkur und Altstadt ist Teil davon.

alt_heidelberg_edited.jpg

Zum Download als PDF auf das Bild klicken.

Für den Hang auf der anderen Seite des Neckars hat die Stadt  2014 ein landschaftsplanerisches Gutachten eingeholt und auf dieser Grundlage   den Bebauungsplan "Neuenheim - Nördliches Neckarufer" erlassen, der den Landschaftsschutz einschließt. Jetzt müsste auch etwas  für den Hang über der Altstadt getan werden. Durch das starke Wachstum des Waldes hat er schon einen Teil seines Charakters verloren.  

Historisch war der Hang über der Burg aus strategischen Gründen weitgehend unbewaldet. Im 19. Jahrhundert spielte dieser Bereich dann beim erstrebten  Aufstieg Heidelbergs zum Kurort eine besondere Rolle . Man wollte den Gästen ermöglichen, von oben auf die Stadt zu schauen und baute dafür hier1890 die Bergbahn. Auf dem Bergsporn, wo früher die alte Burg gestanden hatte, gab es ein Hotel zum Molke-Fasten, eine trendige Diät, die Besucher von weither anlocken sollte. Zu Gewinnung des heilsamen Getränks wurde der Hang bis hinunter zur Stadt als Weideland benutzt.  Die Aussicht von der Molkenkur auf  Stadt und Schloss bestand noch bis in die 1970ger Jahre. Es wäre im Sinne der Satzung, den Zustand, den man auf den Postkarten aus dieser Zeit sieht, wiederherzustellen.

karte_teufelsloch.jpg
teufelsloch_uebersicht.jpg

Zwischen Molkenkur Hotel, Bergbahn und Friesenweg

Das Teufelsloch, ein Ort für eine naturnahe Parkanlage

Aus der Ferne sieht der Hang ziemlich homogen aus, weil die Bäume ein geschlossenes Dach bilden. In Wirklichkeit ist er stark gegliedert. Gleich unter dem Molkenkurhotel ist eine vielleicht 30 m hohe Felswand. Daran schließt sich das sog. Teufelsloch an, eine  Mulde, die von vielen kleinen und großen Hügel umgeben ist, aber  wenig an Höhe verliert, bis sie nach 100 m vom Friesenweg begrenzt wird. Jenseits des Friesenwegs fällt das Gelände dann  gleichmäßig zur Stadt hin ab.

Die Sicht von der Molkenkur auf die Stadt wird hauptsächlich durch die Kronen sehr hoher Bäume versperrt, die auf der quasi ebenen Fläche im Teufelsloch stehen. Die oberste Reihe von Bäumen jenseits des Friesenwegs muss man noch hinzuzählen. Die Aussicht von oben wäre wieder intakt, wenn man diese hohen Bäume durch niedrigeren Bewuchs ersetzen würde.

​

​Der Win-Win-Partner dieser Maßnahme wäre das Teufelsloch selbst. Das war nämlich auch einmal ein attraktives Naherholungsgebiet. Man sieht das an dem engen Netz von alten Fußwegen, darunter ein Stück, das seit kurzem zum Historischen Pfad zählt.

​

Das Potenzial zur Vermehrung der Artenvielfalt durch mehr Licht ist wahrscheinlich groß. Zur Zeit verhindert der Baumbestand noch eine Krautschicht, wie man auf den Bildern sieht.

teufelsloch_pfad.jpg
pfade_teufelsloch.jpg

Ein Netz von alten Pfaden als Infrastruktur für eine Parkanlage  ist vorhanden.

Das Ziel sollte sein, zusammen mit der Aussicht von der Molkenkur eine naturnahe Parklandschaft im Teufelsloch herzustellen. Als Vorbild kann die Eichendorffanlage auf der anderen Seite des Neckars dienen. Der Friesenweg könnte zu einem kleinen Philosophenweg werden.

blick_vom_neckar_aus.jpg

Markierung des zu entnehmenden Baumbestandes

baeume_friesenweg.jpg

Man kann den Blick vom Friesenweg auf die Altstadt erahnen.

bottom of page